Die Geschichte der Ballonfahrt

Die Geschichte der Ballonfahrt begann schon lange vor dem ersten Start. Bereits im Jahre 1512 beschäftigte sich Leonardo da Vinci mit Flugmaschinen, Heiligenfiguren schweben getragen von heißer Luft.

Mehr als 100 Jahre später kam der wissenschaftliche Fortschritt auf verschiedenen Gebieten. Der Deutsche Otto von Guericke, dessen „Magdeburger Halbkugeln“ 1663 ein Vakuum umschlossen und so die erste Luftpumpe darstellten, inspirierte den Jesuitenpater Francesco de Lana-Terzi dazu, eine brauchbare Ballon-Theorie vorzuschlagen.

Francesco Lana-Terzi stellte seinen Entwurf, ein hölzernes Schiff das von vier Kugeln getragen werden sollte, 1670 vor. Die Kugeln, die luftleer sein sollten, würden dann weniger wiegen als die Luft, die sie verdrängten. Da diese Kugeln den Druckkräften nicht standgehalten hätten, konnten diese in der Praxis nicht hergestellt werden. Die von Lana-Terzi vorgestellte These ließ die wissenschaftliche Welt jedoch aufhorchen.

Schon im Jahr 1709 stellte Bartholomeu de Gusmao, ein portugiesischer Priester, König Johann V. von Portugal einen Modell-Heißluftballon vor. Dieser sollte dann in natürlicher Größe nachgebaut werden und Passagiere tragen – von einem erfolgreichen Start ist aber nichts überliefert.

Während Henry Cavendish 1776 mit verschiedenen Gasen experimentierte, entdeckt er „leicht brennbare Luft“. Dieses Gas, heute als Wasserstoff bekannt, ist leichter als Luft. – Cavendishs hervorragende Entdeckung hat dann zweifellos allerorten die Vorstellungskraft angeregt. Heiße Luft war ein denkbares Medium, aber dieses Gas siebenmal leichter als Luft, war wissenschaftliche Wirklichkeit.

Nun sollte die Ballonfahrt bald Realität werden. – Die nächsten Jahre gab es jedoch noch ein technisches Problem. Man fand keine Lösung, wie man ein gasdichtes Gewebe herstellen könne. Alsbald das Problem gelöst war, standen andere Zweifel der Traumerfüllung einer Ballonfahrt im Wege. Könnte es sein, dass irgendein schreckliches Schicksal den Menschen über den Wolken erwarte?

1783 kam dann der entscheidende Durchbruch. Die Gebrüder Montgolfier kamen zu der wissenschaftlichen Erkenntnis, das warmer Rauch nach oben steigt und somit ein leichtes Gas darstellt. Als Inhaber einer großen Papierfabrik besaßen sie ausreichend Finanzmittel um ihre Versuche durchzuführen. Sie entwarfen große Leinenpapierballone, die über ein Strohfeuer aufgeheizt wurden und sich so in die Lüfte erhoben. 

Im Juni 1783 erfolgte dann der erste Start eines von den Gebrüder Montgolfier entwickelten Heißluftballons vor tausenden von Zuschauern. – Obwohl die Gebrüder Montgolfier einem Menschen die erste Ballonfahrt zugedacht hatten, verfügte Ludwig XVL., dass man dieses Risiko Tieren überlassen solle. So starteten ein Hahn, eine Ente und ein Hammel mit dem ersten Heißluftballon. Alle waren gespannt, wie diese Tiere die Fahrt durch die Luft überstehen würden. Gegner und Befürworter entwickelten die Kompliziertesten und ernst Gemeintesten Theorien über die Gefährlichkeit höherer Luftschichten. Nach der Landung hatte der Hahn einen gebrochenen Flügel, und es entspann sich sofort eine erhitzte Debatte über die Ursache. Die Regierungskommission untersuchte diesen Vorfall, und kam schließlich zu der Überzeugung, das der Hammel bei der Landung vor lauter Aufregung dem Federvieh auf den Flügel getreten hatte.

Damit war der Weg endlich frei für den Aufstieg mit menschlichen Passagieren.

Man wählte zu lebenslänglicher Haft verurteilte Strafgefangene aus, doch dann wollte man dieses Ereignis doch lieber honorigen Adligen überlassen, weil man sich des historischen Augenblicks und des epochalen Ereignisses durchaus bewusst war.

So starteten als erste Menschen am 21. November 1783 der Physiker Jean-Francois Pilatre de Rozier sowie der Heeresmajor Marquis Fracois d’Arlandes. Diese Ballonfahrt war mit 25 Minuten vergleichsweise kurz, aber es war die erste freie bemannte Fahrt.

Der erste Ballonstart außerhalb Frankreichs erfolgte in London rund 10 Monate nach dem ersten Aufstieg in Paris. Diesen Start in London verfolgten rund 100.000 Leute. Nach etwa 1 Stunde, 40 Minuten und ca. 20km landete der Ballon.

Die Entwicklung der Ballonfahrt war nun nicht mehr aufzuhalten. Es folgten nun mehrere Strecken- und Höhenrekorde. Zum Beispiel wurde 1785 der Ärmelkanal mit einem Ballon überquert. Höhenrekorde wurden zum Beispiel durch Etienne Robertson mit 7.000m (1803) oder James Glaisher mit 8.800m (1862) erreicht.

Im Jahre 1891 gründete Ferdinand Graf von Zeppelin die Gesellschaft zur Förderung der Luftschifffahrt. Seine Erfindung, starre Luftschiffe, wurden nun in die Wirklichkeit umgesetzt. Das erste starre Luftschiffe „Marke Zeppelin“ mit einer Länge von 128m und 12m Durchmesser startete am 02.Juli 1900 um 8 Uhr zum ersten Mal. Auch die Zeppelin Luftschiffe wurden nun weiterentwickelt und weitere Luftschiffe wurden gebaut. 1936 wurde die „Hindenburg“ als 118. Zeppelin in den Dienst gestellt.

In den nächsten Jahrzehnten folgten nun weitere Rekorde. So stellte der Brite Nott 1974 den Höhenweltrekord für Heißluftballone mit 13.971m auf. 1978 überquerten Abruzzo, Anderson und Newmann erstmals im Ballon den Atlantik und 1999 erfolgte die erste Weltumrundung im Ballon. – Bertrand Piccard und Brian Jones legen vom 01.03.1999 bis 21.03.1999 in 19 Tagen 21 Stunden und 47 Minuten eine Distanz von 45755 km zurück. Start des Ballons „Breitling Orbiter 3“ war in Chateau-d’Oex (Schweiz) und die Landung erfolgt in Dakhla (Ägypten).

2002 gelang es Steve Fossett im sechsten Anlauf als erster Mensch die Erde allein in einem Ballon zu umrunden. – Steve Fossett gelang die Umrundung in nur 13 1/2 Tagen. Er legte dabei eine Distanz von mehr als 31.000 km zurück und fuhr seinen Ballon dabei in allen Höhen zwischen 300 m über dem Meer bis hinauf zu 10.500 m um die optimalen Winde auszunutzen zu können. Die Windgeschwindigkeiten betrugen dabei bis zu 320 km/h.